Ergonomie – warum ist sie so wichtig?

Auch wenn wir es oft nicht wissen: Jeder kommt regelmäßig mit der Ergonomie in Kontakt. Sie beeinflusst unser tägliches Leben maßgeblich. Sogar gesetzlich ist der Arbeitgeber verpflichtet, auf die Ergonomie am Arbeitsplatz zu achten!

Deshalb ist es besonders wichtig, über dieses Thema informiert zu sein. Schließlich schützt eine ergonomische Arbeitsgestaltung vor Gesundheitsschäden und hilft, den Alltag besser zu gestalten.

Was versteht man unter Ergonomie überhaupt?

Die Ergonomie ist die Wissenschaft von den Gesetzmäßigkeiten menschlicher bzw. automatisierter Arbeit. Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern „ergon“ (Arbeit) und „nomos“ (Gesetz) zusammen. Frei übersetzt versteht man darunter die Anpassung der Arbeitsbedingungen an den Menschen und nicht umgekehrt.

Was ist das Ziel von Ergonomie?

Das oberste Ziel der Ergonomie ist die menschengerechte Arbeitsgestaltung. So sollen Arbeitsbedingungen, Arbeitsablauf und Arbeitsgeräte räumlich und zeitlich verbessert angeordnet werden. Für ein optimales Arbeitsergebnis sind auch optimale Arbeitsgeräte Voraussetzung, und die arbeitenden Menschen sollten möglichst wenig ermüden und keinen Schaden erleiden.

Die Ergonomie legt ein Augenmerk auf die Benutzerfreundlichkeit, Arbeitsorganisation, Verbesserung des Arbeitsplatzes und in unserem Zeitalter auch auf die Mensch-Maschine-Schnittstelle.

Es geht also in der Ergonomie um viel mehr als um einen angepassten Schreibtischstuhl, auch wenn dieser natürlich wichtig ist. Der Arbeitsplatz sollte rundum und ganzheitlich ergonomisch sein. Äußere Umwelteinflüsse spielen hierbei ebenso eine Rolle.

Und warum ist Ergonomie jetzt für mich wichtig?

Da man sehr viel Zeit am Arbeitsplatz verbringt, sollte man darauf achten, dass die Gesundheit dort nicht leidet. Auch in der Freizeit ist es wichtig, bei verschiedenen Tätigkeiten eine ergonomische Haltung einzunehmen, und sich eine angepasste Arbeitsumgebung zu schaffen. Als Arbeitnehmer sollte man außerdem über seine Rechte und Pflichten informiert sein. Dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, auf die Ergonomie zu achten, wissen viele nicht. Sollten sie aber unbedingt!

Ergonomie am Arbeitsplatz

Jedes Berufsbild hat verschiedene gesundheitliche Anforderungen. Ist auch klar: Ein Büroangestellter wird auf seinem Arbeitsplatz andere Herausforderungen meistern als eine Industriearbeiterin am Hochofen. Trotzdem hat die Ergonomie in allen Berufsfeldern das Ziel, eine natürliche Körperhaltung zu fördern, Bewegungsspielraum zu gewährleisten und den Arbeitsplatz an die individuellen Körpereigenschaften anzupassen.

Ergonomie im Homeoffice

Besonders durch die derzeitige Pandemie steht das Homeoffice hoch im Kurs. Besonders wichtig ist es, in dieser Situation darauf zu achten, dass man nicht auf einen gut eingerichteten Arbeitsplatz vergisst. Deshalb: Auch zuhause darf ein ergonomischer Bürostuhl und Schreibtisch nicht fehlen, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen! Außerdem sollte man sich regelmäßig Pausen gönnen.

Arbeiten mit schweren Lasten

Hier muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass geringstmögliche Belastungen des Bewegungs- und Stützapparates bei den Arbeitern entstehen. Konkret bedeutet das, dass

  • geringere Lasten und kleinere Gebinde,
  • Hebehilfen und Transportgeräte
  • Zusammenarbeit und
  • Erholungspausen

die Belastung verringern.

Ergonomie im Büro

Hier sollten Bürostuhl, Schreibtisch und Bildschirm aufeinander abgestimmt sein. Besonders wichtig ist die Einstellbarkeit an die Körpergröße. Schließlich verbringt man viel Zeit im Sitzen! Ebenso wichtig: angenehme Beleuchtung, gute Luftqualität und ein niedriger Lärmpegel.

Bei der Bildschirmarbeit muss man darauf achten, für die Augengesundheit regelmäßig Pausen einzulegen. Dehnen oder kurze Bewegung zwischendurch helfen außerdem gegen Verspannungen.

Ergonomie in der Pflege

Ein unterschätztes Thema ist die Ergonomie in der Pflege. Dabei werden viele helfende Tätigkeiten in vorgebeugter Haltung durchgeführt – eine große Belastung für den Körper. Außerdem entstehen hohe Belastungen aufgrund von langen Arbeitszeiten oder strukturellen Überforderungen. Diesen „unsichtbaren“ Teil der Ergonomie darf man nicht vergessen! In diesem Tätigkeitsfeld sind die richtige Hebetechnik, Zusammenarbeit und der Einsatz von technischen Hilfsmitteln wichtig. Außerdem sollten die Betten der zu pflegenden Personen richtig höhenverstellt werden. In der Freizeit kann eine gesunde Mischung aus Sport und Erholung Belastungen reduzieren.

Belastende Umgebungseinflüsse

Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen müssen vor widrigen Umgebungseinflüssen geschützt werden. Beispiele hierfür wären:

  • Lärm
  • Hitze und Kälte
  • Strahlung
  • Dämpfe und Staub
  • schlechte Lichtverhältnisse

Dafür gibt es auch verschiedene Verordnungen, Richtlinien, Grenzwerte und Schutzmaßnahmen, zu denen die Arbeitgeber verpflichtet sind.

Wie kann ich Ergonomie in mein Leben integrieren?

Sowohl am Arbeitsplatz als auch im restlichen täglichen Leben ist die Ergonomie wichtig.

Den Arbeitsplatz sollte man möglichst individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Auch Arbeitsabläufe sollte man optimieren. Richtige Hebetechniken und Tipps für die Haltung können zum Beispiel bei Weiterbildungen oder Coachings gelehrt werden. So profitieren Gesundheit und Arbeitsleistung gleichermaßen. Aber auch Kinder und Jugendliche sind von diesem Thema betroffen, beispielsweise in der Schule, aber auch beim Lernen zuhause. Hier sollte man besonders auf Möbel achten, die man an die Körpergröße anpassen kann.

Auch bei der Hausarbeit können vergleichsweise kleine Schritte einen großen Unterschied machen: Man kann zum Beispiel auf ein ergonomisches Bügelbrett achten. Besonders wichtig ist es außerdem, auf Pausen zwischendurch zu achten, sich beispielsweise öfters einmal kurz zu dehnen und sich zu bewegen. So kann man Verspannung vermeiden.

Man kann mit der Ergonomie also bereits mit vergleichsweise kleinen Schritten große Vorteile erzielen: Die Gesundheit verbessert sich, außerdem profitiert auch die Arbeitsqualität. Wir sollten also alle mehr auf die Ergonomie achten!

Besonders ausführliche Informationen zu diesem Thema stellt auch die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt zur Verfügung. 

Ergonomie am Arbeitsplatz

Die richtige Haltung im Schlaf

Wir verbringen rund ein Drittel unseres Lebens im Schlaf. Deshalb ist es auch nicht überraschend, dass man auch die Schlafumgebung gut an den Körper anpassen sollte, um Verspannungen und Schmerzen zu vermeiden. Für die Gesundheit spielt die richtige Haltung im Schlaf eine wichtige Rolle.

Haltung im Schlaf

Die Rückenlage

Für Nacken und Rücken am gesündesten ist die Rückenlage. Die Wirbelsäule ist in dieser Schlafposition gerade. Vor allem, wenn man mit Verspannungen zu kämpfen hat, ist das Schlafen auf dem Rücken vorteilhaft. Hierbei ist es allerdings wichtig, ein dünneres Kissen zu wählen, da sonst der Nacken und Rücken nicht vollständig entlastet werden können.

Ausnahme hier sind jedoch Personen, die mit dem Schnarchen zu kämpfen haben, da es zu Atemaussetzern kommen kann. Die Zunge könnte nämlich etwas in den Rachen zurückfallen, wodurch sich die Atemwege verengen. Somit entstehen Schnarchgeräusche, bei einer besonders schmalen Verengung kann der Atem sogar aussetzen. Wenn dies unentdeckt bleibt, können ernste gesundheitliche Probleme wie Bluthochdruck und hoher Puls entstehen. In Folge ist auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht.

Die Seitenlage

Auf der Seite zu schlafen kann hingegen Schnarchen reduzieren. Allerdings kann diese Position die Wirbelsäule teilweise stauchen. Auch Hüften und Knie können etwas darunter leiden. Hier kann ein Kissen zwischen den Knien Abhilfe verschaffen. Außerdem sollte man den Hohlraum zwischen Schulter und Hals mit einem Kissen auffüllen.

Auf der rechten Seite zu schlafen kann für Menschen mit Herzinsuffizienz besonders gesund sein, da die Hauptschlagader nach links gebogen ist, und das Blut daher leichter nach oben gepumpt werden kann. Sodbrennen kann man hingegen in der linken Seitenlage vorbeugen, weil der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre verhindert wird.

Die Bauchlage

Eher unvorteilhaft ist hingegen die Bauchlage. Der Hals ist hierbei verdreht und man überlastet den Nacken. Sogar die Kiefergelenke kann diese Position beanspruchen, oder es kann zu Verspannungen im Gesichtsbereich kommen. Außerdem klagen manche Bachschläfer über nächtlich eingeschlafene Arme, Hände oder Finger.

Was ist nun die optimale Schlafposition?

Es gibt nicht eine einzige richtige Haltung im Schlaf. Schließlich bewegt man sich auch während des Schlafes. So ist auch für den Rücken ein Wechsel aus Rücken- und Seitenlage am besten. Hierbei vermeidet man eine einseitige Belastung der Wirbelsäule. Diese Wechsel geschehen aber auch ganz automatisch, außer eine unpassende Matratze oder ähnliches behindert sie. Ungünstig ist hingegen die Bauchlage.

Harte oder weiche Matratze

Die Wahl der Matratze kann einen großen Unterschied machen: Weder zu hart noch zu weich sollte sie sein. Eine zu harte Matratze zwingt oft in die Bauchlage, wobei die Wirbelsäule meist verdreht wird. Speziell die Halswirbelsäule wird in dieser Position besonders stark belastet. Sogar Bandscheibenvorfälle können begünstigt werden. Der Rücken kann sich auch auf diesen zu festen Matratzen nicht richtig entspannen, wodurch Verspannungen, Durchblutungsstörungen und Nervenquetschungen die Folge sein können, so Hans Malzl, Leiter der Physikalischen Schlafforschung des Instituts Proschlaf in Salzburg.

Aber auch zu weiche Matratzen sind nicht immer gut für den Rücken, weil die Wirbelsäule durchhängt. Fachleute raten daher oft auch vom Wasserbett ab, da es in der Körpermitte am stärksten nachgibt.

Idealerweise sollte die Unterlage den Schlaf in Seitenlage gestatten. Dabei sollten Schulter und Becken gerade so weit einsinken, dass die Wirbelsäule wie beim aufrechten Stehen gerade ist. Bandscheiben werden so am besten mit Nährstoffen versorgt und die Muskeln können sich entspannen. Voraussetzung dafür ist eine möglichst punktelastische Matratze, die besonders dem Körpergewicht des Schläfers angepasst ist. In der Rückenlage hingegen erhält die passende Matratze die natürliche Doppel-S-Form der Wirbelsäule. Nach ungefähr zehn Jahren sollte man eine neue Matratze anschaffen, da das alte Modell zwar noch gut aussehen mag, ergonomisch aber nicht mehr optimal ist.

Der Lattenrost und das Kissen

Der Lattenrost sollte die Matratze gut stützen und qualitativ hochwertig sein. Auch den Kopfpolster sollte man gut wählen: Mit einem schlechten Kissen können Probleme mit der Halsmuskulatur und Nackenverspannungen die Folge sein. Ein gutes Kopfkissen sollte den Nacken stützen und den Hohlraum, der zwischen Schulter und Wirbelsäule entsteht, ausfüllen. So sollte die Wirbelsäule vom Hals bis zum Becken auf einer geraden Linie liegen. Allgemein macht ein gutes Kissen außerdem Positionswechsel mit, da die meisten Menschen nicht in einer Haltung liegen bleiben.im.

Eine professionelle Beratung zu Matratze, Kissen und Schlafplatz ist sehr  empfehlenswert und bei der Wahl sollte auch nicht unbedingt gespart werden, da wir doch einen wesentlichen Teil unserer Lebenszeit schlafend verbringen. Die Wahl der Matratze und des Schlafplatzes sollte auf jeden Fall auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Zeit nehmen

Sich Zeit nehmen – weil ich es mir wert bin

Die Menschen sind heutzutage oft gestresst – man hetzt von einer Verantwortung zur nächsten, der Job ist anstrengend, und private Verpflichtungen rufen. Und da sollte man noch Zeit für sich selbst finden?

Dabei ist es besonders wichtig, auch auf sich und seine Gesundheit zu achten. Denn unter der Dauerbelastung leidet nicht nur die Seele, sondern auch der Körper.

Was macht chronischer Stress mit uns?

In Belastungssituationen aktivieren Hormone den Körper und bereiten ihn auf eine Kampf- oder Fluchtreaktion vor. Prinzipiell ist das nichts Schlechtes: Denn der gesamte Körper wird handlungsbereit und leistungsfähiger gemacht. Wenn die stressige Situation vorbei ist, nimmt die Hormonproduktion ab und man beruhigt sich wieder. Bei Dauerstress wird diese Reaktion allerdings zum Problem: Man kann sich nicht ausreichend erholen, was mit der Zeit zu Erschöpfung oder anderen körperlichen und psychischen Problemen führen kann.

Fast der gesamte Körper leidet unter chronischem Stress. Auch die Körperhaltung ist betroffen, da sich durch die ständige Alarmbereitschaft die Muskulatur dauerhaft anspannt. Diese verspannte Haltung wird auch noch durch seelische Belastungen gefördert, die aufgrund von Stress entstehen können. Schließlich beeinflussen sich Haltung und Psyche gegenseitig.

Sich Zeit nehmen

Deshalb sollte man darauf achten, sich Zeit für die eigene psychische und körperliche Gesundheit zu nehmen. Auch wenn es paradox erscheint: Auf lange Sicht spart man viel Zeit und Nerven, wenn man früh genug damit anfängt. Es ist einfacher, den Auswirkungen von Stress vorzubeugen, als bereits bestehende Beschwerden loszuwerden. Und wenn es bereits Gesundheitsprobleme gibt, gilt: Je früher man handelt, desto besser!

Es ist nicht egoistisch, sich um sich selbst zu kümmern. Wer sich selbst ständig vergisst, hat auch irgendwann keine Kraft mehr für andere! Wenn man nicht mehr auf die eigenen Bedürfnisse horcht, brennt man irgendwann aus und es geht gar nichts mehr.

Oftmals kann man auch eine Routine in den Alltag integrieren, die bei Stressbewältigung hilft. Und auch ein Training, Bewegung oder Entspannung sind alles Dinge, die die Resilienz gegen Belastungen stärken und die körperliche Gesundheit fördern. Trotzdem nehmen sich viele Menschen eben keine Zeit für sich selber – dabei würden sie auf lange Sicht auf jeden Fall profitieren!

Wie kann man Zeit für sich selbst schaffen?

  1. Freiräume schaffen
    Gängige Zeiträuber verschlingen oftmals viele Stunden, geben aber nichts zurück. Beispiele wären zum Beispiel soziale Medien. Auch andere Freizeitaktivitäten, die einem eigentlich gar keinen Spaß machen, kann man aus dem Terminkalender streichen.
  2. Auch in hektischen Zeiten dranbleiben
    Besonders in stressigen Phasen braucht man unbedingt eine kleine Auszeit, um Energie zu tanken. So kann man auch wieder energiegeladen in den Alltag stürzen und die Zeit effektiver nutzen! Nur mittels einer Balance zwischen Ruhepausen kann die Leistungsfähigkeit und Gesundheit aufrecht erhalten bleiben. Daher sollte man sich auch in Stresssituationen Zeit für sich selbst nehmen.
  1. Zeit reservieren
    Was im Kalender steht, wird eher respektiert. So kann man sich beispielsweise Zeiten für die Aktivitäten reservieren, die einem wichtig sind. Sport, Erholung, etc. sollten zu Fixpunkten werden!
  1. Nein sagen lernen
    Auch wenn es schwierig sein kann: Man sollte nicht zu allem ja sagen. Je mehr Aufgaben und Verpflichtungen man sich aufhalsen lässt, desto größer wird das Zeitproblem.

Die Zeit für sich nutzen

Wenn man dann einmal diese dringend notwendige Zeit für sich geschaffen hat, gilt es, diese in irgendeiner Weise zu nutzen. Am besten macht man etwas, das einem selbst guttut. Zum Beispiel etwas für die eigene Gesundheit: Zum Beispiel Bewegung als Ausgleich. Wenn man beispielsweise von der Büroarbeit Rückenschmerzen hat, so kann man eine Trainingsroutine durchführen. Oder bei blanken Nerven durch ein stressiges Familienleben kann man ganz bewusst auf die eigenen Bedürfnisse horchen und eine Entspannungseinheit einlegen. Und auch das reine Nichtstun ist wichtig für das Gehirn – auch wenn es ironisch kling, es ist Voraussetzung für Gesundheit und Kreativität.

Im Endeffekt kommt die Zeit, die man sich für sich selbst nimmt, vielfach wieder zurück. Leistungsfähigkeit und Gesundheit werden gefördert, der Stress wird reduziert und die psychische Verfassung gestärkt. „Ich-Zeit“ ist nicht verschwendet – vielmehr hilft sie uns, den Tag besser auszunützen.

Zeit nehmen
5 Übungen, die deine Haltung verbessern

5 Übungen die deine Haltung verbessern

Einseitige Belastungen wie langes Sitzen oder Stehen sind häufig für eine schlechte Körperhaltung verantwortlich. Wie du deine Haltung verbessern kannst und dir für deinen Rücken eine gesunde Haltung antrainieren kannst, das schaffst du mit diesen 5 einfach durchzuführenden Übungen.

5 Übungen, die deine Haltung verbessern

5 Übungen für deine Körperhaltung:

 

1) Bewusstsein schaffen

Der wichtigste Schritt etwas zu verändern ist ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Dadurch, dass du dir deiner Haltung beziehungsweise möglichen Fehlhaltung bewusst bist, kannst du diese verändern.

Stelle dich dazu vor den Spiegel und betrachte dich dabei ganz bewusst.

Wie sieht deine Haltung dabei aus? Von vorne und von der Seite.

2) Zwischendurch immer wieder aufrichten

Richte dich immer mal zwischendurch auf und achte ganz bewusst, wie du sitzt und stehst. Je öfter du während des Tages deine bewusste Haltung trainierst desto leichter fällt es dir. Dadurch lernt dein Gehirn immer häufiger auf die Haltung zu achten. Schlussendlich geht das ganze wie von selbst.

3) Blickrichtung beachten.

Achte beim Gehen und Sitzen hin und wieder auf deine Blickrichtung. Gerade beim Gehen kannst du dadurch dein Blickfeld und deine Perspektiven erweitern. Der Effekt, wenn du beim Gehen nicht immer am Boden blickst, ist das sich dein Kopf automatisch zentraler über den Schultern befindet. Du wirkst dadurch auch selbstbewusster und aufrechter.

4) „Scheinwerferübung“

Stell dir vor, ein Scheinwerfer befindet sich auf deinem Brustbein. Versuche mit diesem imaginären Scheinwerfer den ganzen Raum, indem du dich befindest, auszuleuchten. Diese Übung richtet deinen Brustkorb auf und lässt dich größer wirken. Gerade bei Meetings und Konferenzen eignet sich diese Übung perfekt zwischendurch.

5) Hände nach oben strecken und ganz groß machen

Strecke deine Hände beim Sitzen oder Stehen kurz nach oben und mache dich ganz groß. Diese Übung lockert deine Schultern und entspannt deine Rücken- und Bauchmuskeln. Alternativ kannst du deine Arme auch gegengleich nach oben strecken.

Ein Bewusstsein für deine Körperhaltung ist die Basis für eine aufrechte Haltung. Dadurch wirst du viele Verspannungen und Rückenschmerzen nachhaltig los.

Siehe auch: 

Die 5 wichtigsten Übungen bei Rückenschmerzen

Haltung in der Schwangerschaft

Der Körper vollbringt während der Schwangerschaft ein Wunder. Damit das überhaupt möglich ist, ist es natürlich notwendig, dass er sich anpasst. Besonders die Haltung verändert sich in der Schwangerschaft.

Veränderung der Haltung während der Schwangerschaft

Weil der Bauch wächst und schwerer wird, verlagert sich natürlich auch der Schwerpunkt, weshalb sich die Haltung verändert. Zusätzlich wird das Becken weiter und instabiler. Die Schwangere kommt zunehmend in eine Lordose (=Hohlkreuz), die Bauchmuskulatur dehnt sich und schwächt ab. Durch diese abgeschwächten Bauchmuskeln wird auch der Rücken mehr belastet.

Außerdem wird die Hüft- und Gesäßmuskulatur abgeschwächt, und das wachsende Baby beansprucht immer mehr den Beckenboden. Hormonelle Veränderungen lockern Sehnen und Bänder im Beckenbodenbereich, um auf die Geburt vorzubereiten. Dadurch verlieren aber der Becken- und untere Rückenbereich an Stabilität, was Schmerzen auslösen kann.

Durch das zusätzliche Gewicht mit der fortschreitenden Schwangerschaft haben auch Knochen, Gelenke und Muskeln schwerer zu tragen, was wiederum Rückenschmerzen verursachen kann.

Warum ist eine gute Haltung auch in der Schwangerschaft wichtig?

Eine schlechte Haltung beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit der Schwangeren, sondern auch die des ungeborenen Kindes. Ein verlangsamter Sauerstoff- und Nährstofftransport zum Kind, aber auch Verdauungs- und Kreislaufbeschwerden können entstehen. Außerdem kann eine ungünstige Haltung die Ursache für verspannte Muskeln und emotionale Anspannungen, Rückenschmerzen und Atembeschwerden sein. Eine gute Haltung trägt hingegen zu einer beschwerdefreieren Schwangerschaft und einer unkomplizierteren Geburt bei. Sie beugt Rückenschmerzen vor und entlastet den Beckenboden.

Tipps für eine gute Haltung

  • Keine schweren Dinge heben!

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass Schwangere keine Lasten tragen sollen. Wenn es sich gar nicht vermeiden lässt, so ist es besonders wichtig, die Sachen in der richtigen Haltung zu heben: In die Hocke gehen und mit geradem Rücken hochheben, denn so wird die Wirbelsäule entlastet.

  • Das Bewusstsein für eine gerade Haltung

Eine ganz typische Haltung in der Schwangerschaft ist das Hohlkreuz: Man trägt den Bauch „nach vorne“. Um das zu vermeiden, sollte man darauf achten, das Becken und den Rücken aufzurichten.

  • Sanfte Bewegung

Schwangerschaftsgymnastik im Wasser oder an Land, Yoga, Walken gehen: Bewegung stärkt die Muskulatur und verringert so Beschwerden, die auftreten könnten.

  • Ruhe und Wärme gönnen

Eine Wärmeflasche oder ein warmes Bad entspannen die Muskeln und können bestehende Schmerzen lindern. Auch eine sanfte, professionelle Massage kann Beschwerden lindern.

  • Auf Schlafposition achten

Im Bett kann ein Stillkissen oder ein kleines Kissen eine stabile Position gewährleisten – einfach seitlich liegend zwischen die Knie klemmen.

  • Richtiges Schuhwerk

In der Schwangerschaft sollte man die hohen Absätze im Schrank lassen. Lieber flache, bequeme Schuhe, die für einen guten Halt und einen festen Stand sorgen und die Wirbelsäule entlasten.

  • Übungen für den Rücken

Es wäre ideal, wenn der Rücken auch während der Schwangerschaft sanft gestärkt wird. Hierfür eignen sich insbesondere Schwangerschaftsgymnastik und Yoga. Ein typisches Beispiel wäre zum Beispiel die Übung „Katze und Kuh“. Hierfür geht man auf alle Viere und macht mit dem ganzen Rücken einen Buckel, dann führt man die Wirbelsäule ins Hohlkreuz. Mit fließenden Übergängen sollte diese Übung wiederholt werden.

Wichtig bei einer Rektusdiastase 

Eine Schwangerschaft kann oft der Auslöser für eine Rektusdiastase sein. Hierbei dehnen sich die geraden Bauchmuskeln durch den größer werdenden Bauch und verlieren dadurch an Spannung. Die Linea Alba (Sehnenstrang beim geraden Bauchmuskel) klafft auseinander. Übungen der geraden Bauchmuskulatur sind daher während und nach der Schwangerschaft zu vermeiden.

Eine Trainingsempfehlung vor während und nach der Schwangerschaft: mamaFIT on screen

körpersprache

Körpersprache und Körperhaltung

Unsere Körperhaltung ist Ausdruck der inneren Haltung – denn der Körper verrät unserem Umfeld unsere wirklichen Gefühle, wer wir sind und was wir eigentlich wollen. Es wird oft unterschätzt, welche große Rolle die Haltung in der Kommunikation hat, aber unsere täglichen sozialen Beziehungen wären ohne Körpersprache gar nicht denkbar.

Der Körper ist niemals stumm

„Man kann nicht nicht kommunizieren!“

Dieser berühmte Satz vom Philosophen und Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick beschreibt, dass wir auch ohne Worte jederzeit unbewusst oder bewusst Botschaften an unser Umfeld aussenden – meistens mithilfe der Körpersprache. Weil wir das körperliche Verhalten schwerer kontrollieren und manipulieren können als die verbalen Botschaften, gilt die es als authentischer und echter. Sind das Gesagte und die Körpersprache nicht deckungsgleich, lässt das nämlich auf Unstimmigkeiten schließen. Besonders der erste Eindruck, der in weniger als einer Sekunde entsteht, wird von der nonverbalen Kommunikation geprägt.

Die Körperhaltung und Signale

Anhand der Körperhaltung kann man meist auf den ersten Blick erkennen, wie es um das Befinden einer Person steht. Eine aufrechte und offene Haltung strahlt Selbstbewusstsein und Furchtlosigkeit aus, herabhängende Schultern hingegen signalisieren Trauer, Angst, Schüchternheit oder Kraftlosigkeit. Wer mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht, hat einen ausgeprägten Realitätssinn, das sagt schon der Volksmund. Eine angespannte, verkrampfte Haltung hingegen wirkt nervös und unsicher.

Die Körperhaltung wirkt allerdings nicht nur nach außen: Sie beeinflusst auch die eigene Stimmung und Energie, denn innere und äußere Haltung stehen in einem ständigen Wechselspiel. Dieses Wissen kann man glücklicherweise auch zu seinem Vorteil nutzen: Bei schlechter Laune oder Nervosität kann es so zum Beispiel helfen, sich durchzustrecken und bewusst eine aufrechte Haltung einzunehmen – sowohl die eigene Stimmung als auch die Wirkung auf andere wird sich verbessern.

Eine offene Haltung einnehmen

Für eine erfolgreiche Kommunikation ist es also ein großer Vorteil, wenn man dieses Wissen über die Bedeutung der Körperhaltung einsetzen kann. Dabei sollte man jedoch immer beachten, dass Authentizität Trumpf ist, denn gekünsteltes Verhalten kommt nie gut an.

Idealerweise steht oder sitzt man locker und aufrecht, mit geraden Schultern und einem guten Bodenkontakt. Eine gerade Kopfhaltung ermöglicht einen guten Blickkontakt und ist ein Ausdruck von Respekt.  Auch die Stimmlage wird beeinflusst – denn nach unten genuschelte Wörter kommen meistens nicht sehr gut beim Gesprächspartner an. Eine „hochnäsige“ Kopfhaltung „von oben herab“ sollte man aber nicht einnehmen, denn das wirkt schnell überheblich.

Nervös wippende Füße und Herumspielen an der Kleidung zeugen schnell von Anspannung. Im Gegensatz dazu signalisieren „offene Arme“ und ein interessiertes Vorbeugen im Gespräch Aufmerksamkeit und Souveränität.

Eine selbstbewusste Ausstrahlung

Eine aufrechte Körperhaltung wirkt also auf das Umfeld kompetent, selbstbewusst und erfolgreich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese gerade Haltung zu üben und trainieren.

Besonders wichtig ist es zunächst, das eigene Selbstwertgefühl zu stärken. Schließlich nimmt unsere psychische Verfassung einen großen Einfluss auf die Körperhaltung!

Damit die gute Haltung zur Gewohnheit wird, sollte man sich immer wieder bewusst aufrichten und durchatmen. Zwischendurch hilft es, verspannte Muskeln zu lockern und die Haltemuskulatur durch Übungen regelmäßig zu kräftigen. Unterstützung kann man sich außerdem zum Beispiel bei einem Haltungscoaching suchen.

Der wahrscheinlich wichtigste Schritt ist, das eigene Bewusstsein zu stärken – sich anzuschauen, wie es mit der eigenen Haltung überhaupt aussieht. Das geht zum Beispiel vor dem Spiegel. Ein klares Körpergefühl zu entwickeln, kann langfristig und nachhaltig die Haltung verbessern – und in Folge auch die Ausstrahlung und Wirkung auf das Umfeld.

körpersprache
Holzarbeit

Haltung und Beruf – Gesundheit und Ergonomie am Arbeitsplatz

Holzarbeit

Viele Menschen im berufstätigen Alter verbringen einen Großteil ihres Tages am Arbeitsplatz. Daher sollte es auch keine Überraschung sein, dass sich Haltung und Beruf gegenseitig beeinflussen. Trotzdem wird oftmals über diese Thematik hinweggesehen – dabei ist es besonders wichtig, sich darüber zu informieren, um rechtzeitig präventive Maßnahmen zu ergreifen zu können.

Wer ist betroffen?

Nicht nur schwere, körperliche Arbeit, sondern auch das stundenlange Sitzen im Büro kann die Haltung negativ beeinflussen. Deshalb gibt es eine Vielzahl von Berufsfeldern, die die Entstehung von Haltungsschäden fördern können. Oftmals kommt es durch diese Fehlbelastungen zu Rücken- und Nackenschmerzen, aber auch andere gesundheitliche Leiden können zum Thema werden. Betroffen sein können also potentiell alle Berufstätigen.

Rückenschmerzen durch schwere Arbeit

Besonders in handwerklichen und körperlich anstrengenden Berufsfeldern hinterlässt die harte Arbeit oftmals gesundheitliche Spuren. Schweres Heben und Tragen, stundenlanges Knien oder verdrehtes Stehen belasten den Bewegungsapparat. Belastungen durch einseitige und monotone Körperbewegungen sind besonders am Industriearbeitsplatz eine sehr häufige Ursache für Rückenschmerzen. Die Wirbelsäule und die dazugehörigen Muskeln werden oftmals jahrelang einseitig belastet, was häufig zu einer Schonhaltung führt – die Muskulatur verkrampft sich. Auf Dauer bringt das den muskulären Stützmantel der Wirbelsäule aus dem Gleichgewicht: An verspannten Stellen kräftigen sich die Muskeln, während auf der gegenüberliegenden Seite die Muskelmasse immer weiter abnimmt. So verfestigt sich die Fehlhaltung, der Haltungsschaden lässt sich nicht mehr so einfach ausgleichen.

Beispiele für Berufe und Tätigkeiten, die den Rücken in dieser Hinsicht besonders belasten, gibt es viele: Im Baugewerbe, bei der Straßenmeisterei oder im Umzugsdienst schädigen das Heben, Halten und Tragen schwerer Lasten in einer oft gebeugten Haltung insbesondere die Wirbelsäule.
Arbeiten, bei denen besonders viel Steigen und Klettern erforderlich ist (man denke an Kranfahrer oder Techniker an einer Windenergieanlage) können durch die hohe Kraftanstrengung den Körper überfordern und den Rücken stark belasten.

Auch bei Berufen, bei denen man mit Bohrern, Stampfern oder Erdbaumaschinen arbeitet, wirken hohe Kräfte und zusätzliche Vibrationen auf den Körper ein. Besonders belastend für die Gelenke und den Rücken sind zum Beispiel ungünstige Körperhaltungen bei Maurern, Malern, Putzern oder Pflasterer. Aber auch Menschen, die in der Automobilwerkstatt, im Operationssaal oder im Friseursalon tätig sind, können betroffen sein.

Fließbandarbeiter kämpfen insbesondere mit repetitiven, monotonen Arbeitsabläufen, die die Sehnen und Bänder überlasten und Rückenschmerzen auslösen. Gerade in diesen Berufsfeldern sind die Arbeitenden besonders gefährdet für einen Bandscheibenvorfall oder Hexenschuss. Auch Stress spielt keine unwesentliche Rolle beim Thema “Haltung und Beruf”.

Weitere Beispiele für besonders belastende Berufe wären die Arbeiten in der Pflege oder stehende Tätigkeiten – aber auch Musiker sind betroffen.

Haltungsschäden durch Bürojobs

Auch das lange Sitzen im Büroalltag ist nicht förderlich für eine aufrechte und gesunde Haltung: Durch die fehlende Dehnung verkürzen sich Muskeln, die Wirbelsäule wird durch falsches Sitzen stark belastet und die Rückenmuskulatur verkümmert nach und nach. Auch der Bewegungsmangel wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus.

Durch einen unergonomischen Arbeitsplatz und langes Arbeiten am Computer entstehen auch häufig Nackenbeschwerden, der Stress im Büroalltag trägt zusätzlich zu einer Fehlhaltung bei. Außerdem wird man vor dem Bildschirm schnell dazu verleitet, sich nach vorne zu beugen, die Halswirbelsäule zu überstrecken oder eine zusammengesunkene Position einzunehmen. Das kann besonders für die Bandscheiben zum Problem werden.

Was kann man dagegen tun?

Glücklicherweise kann man vielen dieser Beschwerden im Beruf entgegenwirken.

Zu Beginn sollte man den Arbeitsplatz ergonomisch gestalten: Büromöbel sollten beispielsweise verstellbar sein, um eine aufrechte Haltung zu ermöglichen. Beim Sitzen gilt der Grundsatz: „Die beste Sitzhaltung ist immer die nächste.“

Allgemein sollten auch die Arbeitsabläufe und Bewegungsmuster möglichst abwechslungsreich strukturiert werden, um die einseitigen Belastungen gering zu halten. Schweres Heben und Tragen sollte man im Berufsalltag möglichst vermeiden – Hebehilfen und Wagen leisten hier Abhilfe. Auch auf die richtige Hebetechnik sollte man achten!

Als Ausgleich zum Beruf sind Sport und Bewegung besonders wichtig – nicht nur in der Freizeit, sondern auch am Arbeitsplatz. So kann man bei einer sitzenden Tätigkeit immer wieder kleine Pausen zum Aufstehen und Gehen einlegen, oder bei Möglichkeit hin und wieder ein Stehpult benutzen.

Auch die Psyche sollte man nicht außer Acht lassen: Insbesondere Rückenbeschwerden lassen sich oft auf Stresssituationen zurückführen. Deshalb können Entspannungsübungen helfen, Anspannungen in den Muskeln zu lösen. Wie man seinen Stress reduzieren kann, ist sehr individuell: Oft können Massagen, Yoga und Meditation Wunder wirken, es können aber auch eine effektivere Aufgabeneinteilung und ein besseres Zeit-Management der springende Punkt sein.

Kräftigungs- und Dehnungsübungen können weiter die Gesundheit fördern. Hierzu kann man sich beispielsweise bei einem Haltungscoaching beraten lassen. Besonders wenn bereits Rückenschmerzen vorhanden sind, sollte man unbedingt handeln! Bei langanhaltenden Beschwerden sollte man auf jeden Fall ärztliche Hilfe aufsuchen, um dagegen ankämpfen zu können.

Prinzipiell kann man also sagen, dass der Zusammenhang zwischen Haltung und Beruf also fast jeden betrifft. Genauso vielfältig wie auch die Berufsfelder sind, sind leider auch die Ursachen und Auswirkungen von Haltungsschwächen am Arbeitsplatz. Um Fehlhaltungen zu vermeiden, sollte man bereits im Vorhinein handeln, bei bestehenden Belastungen gibt es viele Möglichkeiten, Abhilfe zu verschaffen.

Sitzen am Schreibtisch
Handyneck

Handyneck – Haltungsschwäche durch Digitalisierung

Schon etwas von Handyneck gehört?

Viele von uns verbringen mittlerweile sehr viele Stunden vor dem PC, dem Smartphone oder Tablet. Auch während der Arbeit sind wir einen Großteil unserer Zeit mit diesen Medien beschäftigt. Langfristig verändert sich dadurch oft die natürliche Körperhaltung und das Gefühl dafür. Der Kopf wird weit nach vorne geneigt und diese „Kopf-unten-Position“ oder das “Handyneck” wird nach und nach für viele von uns ganz natürlich und selbstverständlich.

Dieses Phänomen ist mittlerweile so weit verbreitet, dass eine ganze Generation spöttischer Weise häufig als „Head-down-Generation“ bezeichnet wird.

Für den Körper ist diese „Head-down-Haltung“ eine große Herausforderung. Der Kopf eines Erwachsenen wiegt ungefähr 4 – 6 kg. Bei einer extremen Kopfvorhalte, wo der Kopf über 45° weit nach vorne geneigt wird, bedeutet dies für die Hals- und Nackenmuskulatur einen extremen Halteaufwand von mehr als 20 kg. Dieses Zusatzgewicht bleibt meist nicht ohne Folgen: Die Hals- und Nackenmuskulatur verspannt sich und die vordere Halsmuskulatur verkürzt sich. Dies kann in weiterer Folge zu Kopfschmerzen oder Migräneanfällen oder auch zu eingeklemmten Nerven führen.

Die Diagnose dazu wird heute schon oft als Handyneck betitelt.

Handyneck

Was kann man jetzt gegen ein Handyneck tun?

  • Die plausibelste Lösung steckt schon im Begriff selbst: Weniger Zeit mit Handy, PC, Laptop und Tablet verbringen! Dies ist aber häufig leichter gesagt als getan. Durch neue Analysetools kann man selbst feststellen, wie lange man die entsprechenden Geräte täglich in Verwendung hat. Die Frage, ob die Zeit dabei immer sinnvoll genutzt wird, oder ob es auch einmal möglich ist, etwas Sinnhafteres in diesem Zeitraum zu machen, darf sich jede/r selbst stellen.
  • Wie schon erwähnt, wird die „Head down Position“ immer mehr als natürliche Haltung angenommen, je länger man diese Position einnimmt. Ein Bewusstsein für die eigene natürliche Körperhaltung kann viel bewirken. Ob man selbst schon vom Handyneck betroffen ist, kann man erkennen, wenn man sich seitlich im Spiegel betrachtet oder sich auf einem Foto analysiert.
  • Durch einfache Bewusstseinsübungen kann ein Gefühl für die optimale Haltung entwickelt werden.
  • Mit Lockerungs- und Mobilisationsübungen, die schnell und einfach zwischendurch ausgeführt werden können, ist es meist schnell möglich verspannte Muskulatur zu lockern.
  • Regelmäßige Kräftigungsübungen sind für eine aufrechte Körperposition ebenfalls sehr wichtig. Durch eine gestärkte Halte- und Stützmuskulatur kann Haltungsschwächen entgegengewirkt werden.
Flachrücken

Flachrücken und was Haltungscoaching damit zu tun hat

Was ist ein Flachrücken?

Bei einem Flachrücken hat die Wirbelsäule keine natürliche Doppel-S-Form, sondern ist gerade gestreckt. Normalerweise würde diese Krümmung die täglichen Bewegungen abfedern – wenn sie fehlt, kann es zu Schmerzen bei den Betroffen kommen.

Meist kann man einen Flachrücken durch eine außergewöhnlich kerzengerade Körperhaltung und einen versteiften Hals erkennen. Besonders beim Heben von schweren Gegenständen kommt es häufig zu Problemen, da sich der Druck der Last nicht mehr gleichmäßig verteilt und es somit zur Überbelastung von Bandscheiben und Gelenken kommt. Außerdem entsteht ein hoher Druck auf die unteren Wirbelkörper, die schneller verschleißen. Daraus resultieren starke Rückenschmerzen, es können sich aber auch Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Reizbarkeit entwickeln.

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Flachrücken

Was sind Ursachen für einen Flachrücken?

Für einen Flachrücken gibt es viele verschiedene Ursachen. Einerseits kann er durch Haltungsfehler ausgelöst werden. Besonders häufig passiert dies während der Jugendzeit, da sich die Wirbelsäule in dieser Zeit noch im Wachstum befindet.

In dieser kritischen Wachstumsphase können vorübergehende Haltungsfehler in der Jugend dauerhaft werden, da sich die Wirbelsäule in ihrer weiteren Entwicklung an dieser falschen Haltung orientiert. So zum Beispiel kann Morbus Scheuermann als Ursache eines Flachrückens gelten.

Auch andere Erkrankungen der Wirbelsäule können ein Auslöser sein: Die Rachitis, eine Vitamin-D-Stoffwechselerkrankung, bei der die Knochen zu weich werden, kann dazu führen, dass sich die Wirbelsäule entgegen der natürlichen S-Krümmung in einen geradlinigen Verlauf verformt.

Es gibt auch Operationsfehler, wie zum Beispiel das falsche Anbringen von Implantaten an der Wirbelsäule, die einen gesunden Rücken in Richtung eines Flachrückens verformen.

Diagnose

An sich ist ein Flachrücken nur ein Symptom, weshalb die Diagnose auf Basis einer Grunderkrankung erfolgt. Ein Arzt bestätigt diese Diagnose mithilfe von Röntgenaufnahmen. Im nächsten Schritt ergründet man die Ursachen dieses Symptoms. Diagnose und Behandlung erfolgen allgemein durch einen Orthopäden oder einen Allgemeinarzt.

Komplikationen

Durch einen Flachrücken können starke Schmerzen entstehen, entweder unter Belastung oder auch in Form von Ruheschmerzen. So wird oftmals der Alltag des Patienten stark eingeschränkt. In vielen Fällen kommt es auch zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit.

Diese Müdigkeit kann man häufig nicht mehr mit ausreichend Schlaf ausgleichen, weshalb ein allgemeines Krankheitsgefühl auftritt. Besonders Kinder können in ihrer körperlichen Entwicklung eingeschränkt werden. Auch für die Psyche werden diese Schmerzen zum Problem, deshalb könnten eventuell verschiedene seelische Beschwerden auftreten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Manchmal ist es nicht notwendig, einen Flachrücken zu behandeln. Um weitere Beschwerden im Alltag zu vermeiden, sollte man ihn trotzdem gut beobachten und gegebenenfalls handeln. Ärztlicher Rat ist dann notwendig, wenn im Alltag Rückenschmerzen auftreten. Wenn das Heben von schweren Gegenständen oder alltägliche Bewegungen schmerzhaft sind, ist ein Arztbesuch also eine gute Idee!

Wenn der Flachrücken aufgrund eines Haltungsschadens entstanden ist, ist es besonders wichtig, früh genug zu handeln. Ein jüngeres Alter ist nämlich maßgeblich für den Heilungsverlauf und so kann man die normale Krümmung durch einfache Übungen annähernd wieder herstellen. 

Behandlung eines Flachrückens

In den meisten Fällen bereitet ein Flachrücken den Patienten wenig Probleme, weshalb selten eine Operation durchgeführt wird. Nur wenn die Bandscheiben und Gelenke verändert sind, muss möglicherweise die Wirbelsäule stabilisiert werden. Diese operativen Eingriffe sind aber nur bei einer sehr starken Ausprägung des Flachrückens nötig. Meistens reichen Balance- und Gleichgewichtsübungen auf unebenen Flächen aus, um die Wirbelsäule wieder in Balance zu bringen,

Der Patient lernt, wie er seine Körperhaltung kontrollieren kann, man fördert die Beweglichkeit verschiedener Wirbelsäulenabschnitte und stärkt die Muskulatur. Somit beugt man einer Versteifung des Körpers vor. Bei Beschwerden kann eine physiotherapeutische Behandlung Abhilfe verschaffen, Dehnübungen bekämpfen ein muskuläres Ungleichgewicht.

So ist es bei einer guten Mitarbeit der Betroffenen in vielen Fällen möglich, dass es wieder zu einer Beschwerdefreiheit kommt. Wenn dies nicht erreicht werden kann, wirkt man mit physiotherapeutischen Übungen und Trainings einer Verschlechterung entgegen, damit die Gesundheit aufrecht erhalten bleibt.

Wie kann ich einem Flachrücken entgegenwirken?

Am besten ist es, die Rücken- und Bauchmuskulatur mit geeigneten Übungen zu trainieren. Darüber hinaus sollte man immer auf eine aufrechte Körperhaltung achten – egal ob im Sitzen oder Stehen. Unterstützung kann man sich hierbei zum Beispiel bei einem Haltungscoaching suchen. Auch ergonomische Möbel, zum Beispiel im Büro, können eine gesunde Haltung unterstützen. Eltern sollten bei Kindern die Körperhaltung beobachten, um bei einem eventuellen Haltungsfehler früh genug ärztlichen Rat aufsuchen zu können.

Auch das Schuhwerk spielt eine wichtige Rolle: Weil die natürliche Pufferfunktion der Wirbelsäule bei einem Flachrücken fehlt, bieten gepolsterte Schuhe einen zusätzlichen Schutz für die Bandscheiben. Durch Barfußlaufen kann man das Fußgewölbe zusätzlich noch kräftigen, um Stöße gut abzufangen.

Allgemein gibt es also viele Möglichkeiten, einem Flachrücken entgegenzuwirken. So lässt sich das Leben meist mit wenigen Schritten erleichtern – wichtig ist nur, rechtzeitig damit zu beginnen.

Skoliose beim Seitbeugen

Skoliose und was hat Haltungscoaching damit zu tun

Skoliose beim Seitbeugen

Was ist eine Skoliose?

Bei einer Skoliose krümmt sich die Wirbelsäule nicht nur nach vorn und hinten (Lordose und Kyphose), sondern auch zur Seite: Der Wirbelsäulenaufbau ist also gestört. Der Name kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Krümmung“. Dabei krümmen sich einzelne Wirbelkörper um ihre eigene Achse, somit sind die Wirbel in diesen Abschnitten dann versteift. Es sind zusätzlich auch noch Verbiegungen nach vorn und hinten möglich. 

Wie äußert sich eine Skoliose?

Typische Symptome einer Skoliose sind zum Beispiel unterschiedlich hohe Schultern, ein schiefes Becken oder ein schräg gehaltener Kopf. Außerdem kann ein Schulterblatt weiter vorstehen als das andere, der ganze Körper könnte sich zur Seite neigen, oder es wölbt sich beim Nachvorbeugen eine Rippe vor. Im Jugendalter bewirken diese Fehlstellungen selten Schmerzen, allerdings kommt es dann häufig im Erwachsenenalter zu Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, sowie Schmerzen im Nacken, Kopf oder sogar in den Knien oder Fußgelenken Bei der Haltungsanalyse ist eine Skoliosierung beim Vorbeugen und beim Seitbeugen von hinten sichtbar..

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Skoliose:

Idiopathische Skoliose

In den meisten Fällen (80-90%) ist die Ursache nicht bekannt. Diese Art der Skoliose nennt man dann „idiopathische Skoliose“. Meistens entsteht sie im Kindes- oder Jugendalter, Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Je nach Ausprägung der Skoliose ist damit zu rechnen, dass es auch später noch einer weiteren Zunahme der Verkrümmung kommen kann.

Kongenitale Skoliosen

Diese Form wird durch angeborene Entwicklungsfehler der Wirbelkörper hervorgerufen. Ursache sind meistens Störungen in der embryonalen Entwicklung, das kann familiär und somit genetisch veranlagt sein. Sie kann sich bereits in frühen Kindesjahren äußern, oftmals sind auch die inneren Organe von entwicklungsbedingten Störungen betroffen und erfordern Mitbehandlung.

Neuromuskuläre Skoliosen

Neuromuskuläre Skoliosen sind ein Symptom einer vorliegenden Erkrankung der Muskeln oder des Nervensystems.  Hier ist eine frühzeitige Korrektur besonders wichtig, um einem weiteren Voranschreiten der Erkrankung vorzubeugen.

Es gibt noch zahlreiche weitere Krankheitsbilder, die mit unterschiedlich ausgeprägten Skoliosen einhergehen. So können zum Beispiel auch das Bindegewebe, aber auch Knochen-Knorpel-Strukturen betroffen sein. Auch Unfälle können zu einer Wirbelsäulenverkrümmung führen, zum Beispiel ein Wirbelknochenbruch, Verbrennungen und Rückenmarksverletzungen. Außerdem haben Abnutzungserscheinungen einen entscheidenden Einfluss.

Wie eine Skoliose meist behandelt wird

Je nach Schweregrad und Art wird eine Skoliose unterschiedlich behandelt. 

Meistens behandelt man eine Skoliose durch Bewegungstherapie oder bei schwereren Fällen mit einem Korsett.  Bei extremen Fällen ist eine operative Skoliosetherapie notwendig. 

Das Ziel einer Therapie ist, dass sich die Skoliose zurückbildet oder zumindest nicht verschlechtert. Hierbei arbeiten Ärzte mit anderen Fachkräften wie Physiotherapeuten  oder Sportwissenschaftlern zusammen. Besonders frühzeitig im Kindesalter kann eine konservative Behandlung durch gezielte Übungen einer weiteren Verkrümmung gut entgegenwirken.

Vorbeugen und Prävention

Weil die Ursache der idiopathischen Skoliose bis heute nicht genau bekannt ist, gibt es keine einheitlichen Maßnahmen, um ihr vorzubeugen. Die Übungen bzw. das Training müssen immer individuell auf die jeweilige Person abgestimmt sein. Das wichtigste ist daher, dass die Verkrümmung früh genug erkannt, behandelt und kontrolliert wird. Eltern sollten daher die Körperhaltung ihrer Kinder regelmäßig beobachten und bei Auffälligkeiten professionelle Hilfe aufsuchen. Die konsequente und disziplinierte Therapie ist bei einer Skoliose unbedingt notwendig. Bei Nichtbehandlung verschlimmert sich eine Wirbelsäulenverkrümmung meistens – deshalb ist es wichtig, dass insbesondere Eltern ihre Kinder bei der Therapie unterstützen.

Haltungscoaching

Beim Haltungscoaching wird gezielt auf individuelle Gegebenheiten eingegangen. Bereiche der Wirbelsäule, die von einer Bewegungseinschränkung betroffen sind, werden mobilisiert. Wirbelsegmente, wo ein zu großes Bewegungsausmaß erkennbar ist, werden durch gezieltes Kräftigen der betroffenen Muskulatur stabilisiert. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das bewusste Wahrnehmen der persönlichen “Fehlhaltung”. Durch die regelmäßige Selbstreflektion kann eine Fehlhaltung durch das bewusste Anspannen bzw. Lockerlassen betroffener Muskelgruppen immer wieder korrigiert werden. Durch das ständige Üben wird die vermeintlich korrekte “Haltung” vom Gehirn gespeichert und als normal richtig wahrgenommen. Dadurch kann es möglich sein, eine Skoliose zu stabilisieren oder sogar wieder mehr aufzurichten.

Skoliose Vergleich