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Körpersprache und Körperhaltung

Unsere Körperhaltung ist Ausdruck der inneren Haltung – denn der Körper verrät unserem Umfeld unsere wirklichen Gefühle, wer wir sind und was wir eigentlich wollen. Es wird oft unterschätzt, welche große Rolle die Haltung in der Kommunikation hat, aber unsere täglichen sozialen Beziehungen wären ohne Körpersprache gar nicht denkbar.

Der Körper ist niemals stumm

„Man kann nicht nicht kommunizieren!“

Dieser berühmte Satz vom Philosophen und Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick beschreibt, dass wir auch ohne Worte jederzeit unbewusst oder bewusst Botschaften an unser Umfeld aussenden – meistens mithilfe der Körpersprache. Weil wir das körperliche Verhalten schwerer kontrollieren und manipulieren können als die verbalen Botschaften, gilt die es als authentischer und echter. Sind das Gesagte und die Körpersprache nicht deckungsgleich, lässt das nämlich auf Unstimmigkeiten schließen. Besonders der erste Eindruck, der in weniger als einer Sekunde entsteht, wird von der nonverbalen Kommunikation geprägt.

Die Körperhaltung und Signale

Anhand der Körperhaltung kann man meist auf den ersten Blick erkennen, wie es um das Befinden einer Person steht. Eine aufrechte und offene Haltung strahlt Selbstbewusstsein und Furchtlosigkeit aus, herabhängende Schultern hingegen signalisieren Trauer, Angst, Schüchternheit oder Kraftlosigkeit. Wer mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht, hat einen ausgeprägten Realitätssinn, das sagt schon der Volksmund. Eine angespannte, verkrampfte Haltung hingegen wirkt nervös und unsicher.

Die Körperhaltung wirkt allerdings nicht nur nach außen: Sie beeinflusst auch die eigene Stimmung und Energie, denn innere und äußere Haltung stehen in einem ständigen Wechselspiel. Dieses Wissen kann man glücklicherweise auch zu seinem Vorteil nutzen: Bei schlechter Laune oder Nervosität kann es so zum Beispiel helfen, sich durchzustrecken und bewusst eine aufrechte Haltung einzunehmen – sowohl die eigene Stimmung als auch die Wirkung auf andere wird sich verbessern.

Eine offene Haltung einnehmen

Für eine erfolgreiche Kommunikation ist es also ein großer Vorteil, wenn man dieses Wissen über die Bedeutung der Körperhaltung einsetzen kann. Dabei sollte man jedoch immer beachten, dass Authentizität Trumpf ist, denn gekünsteltes Verhalten kommt nie gut an.

Idealerweise steht oder sitzt man locker und aufrecht, mit geraden Schultern und einem guten Bodenkontakt. Eine gerade Kopfhaltung ermöglicht einen guten Blickkontakt und ist ein Ausdruck von Respekt.  Auch die Stimmlage wird beeinflusst – denn nach unten genuschelte Wörter kommen meistens nicht sehr gut beim Gesprächspartner an. Eine „hochnäsige“ Kopfhaltung „von oben herab“ sollte man aber nicht einnehmen, denn das wirkt schnell überheblich.

Nervös wippende Füße und Herumspielen an der Kleidung zeugen schnell von Anspannung. Im Gegensatz dazu signalisieren „offene Arme“ und ein interessiertes Vorbeugen im Gespräch Aufmerksamkeit und Souveränität.

Eine selbstbewusste Ausstrahlung

Eine aufrechte Körperhaltung wirkt also auf das Umfeld kompetent, selbstbewusst und erfolgreich. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese gerade Haltung zu üben und trainieren.

Besonders wichtig ist es zunächst, das eigene Selbstwertgefühl zu stärken. Schließlich nimmt unsere psychische Verfassung einen großen Einfluss auf die Körperhaltung!

Damit die gute Haltung zur Gewohnheit wird, sollte man sich immer wieder bewusst aufrichten und durchatmen. Zwischendurch hilft es, verspannte Muskeln zu lockern und die Haltemuskulatur durch Übungen regelmäßig zu kräftigen. Unterstützung kann man sich außerdem zum Beispiel bei einem Haltungscoaching suchen.

Der wahrscheinlich wichtigste Schritt ist, das eigene Bewusstsein zu stärken – sich anzuschauen, wie es mit der eigenen Haltung überhaupt aussieht. Das geht zum Beispiel vor dem Spiegel. Ein klares Körpergefühl zu entwickeln, kann langfristig und nachhaltig die Haltung verbessern – und in Folge auch die Ausstrahlung und Wirkung auf das Umfeld.

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Holzarbeit

Haltung und Beruf – Gesundheit und Ergonomie am Arbeitsplatz

Holzarbeit

Viele Menschen im berufstätigen Alter verbringen einen Großteil ihres Tages am Arbeitsplatz. Daher sollte es auch keine Überraschung sein, dass sich Haltung und Beruf gegenseitig beeinflussen. Trotzdem wird oftmals über diese Thematik hinweggesehen – dabei ist es besonders wichtig, sich darüber zu informieren, um rechtzeitig präventive Maßnahmen zu ergreifen zu können.

Wer ist betroffen?

Nicht nur schwere, körperliche Arbeit, sondern auch das stundenlange Sitzen im Büro kann die Haltung negativ beeinflussen. Deshalb gibt es eine Vielzahl von Berufsfeldern, die die Entstehung von Haltungsschäden fördern können. Oftmals kommt es durch diese Fehlbelastungen zu Rücken- und Nackenschmerzen, aber auch andere gesundheitliche Leiden können zum Thema werden. Betroffen sein können also potentiell alle Berufstätigen.

Rückenschmerzen durch schwere Arbeit

Besonders in handwerklichen und körperlich anstrengenden Berufsfeldern hinterlässt die harte Arbeit oftmals gesundheitliche Spuren. Schweres Heben und Tragen, stundenlanges Knien oder verdrehtes Stehen belasten den Bewegungsapparat. Belastungen durch einseitige und monotone Körperbewegungen sind besonders am Industriearbeitsplatz eine sehr häufige Ursache für Rückenschmerzen. Die Wirbelsäule und die dazugehörigen Muskeln werden oftmals jahrelang einseitig belastet, was häufig zu einer Schonhaltung führt – die Muskulatur verkrampft sich. Auf Dauer bringt das den muskulären Stützmantel der Wirbelsäule aus dem Gleichgewicht: An verspannten Stellen kräftigen sich die Muskeln, während auf der gegenüberliegenden Seite die Muskelmasse immer weiter abnimmt. So verfestigt sich die Fehlhaltung, der Haltungsschaden lässt sich nicht mehr so einfach ausgleichen.

Beispiele für Berufe und Tätigkeiten, die den Rücken in dieser Hinsicht besonders belasten, gibt es viele: Im Baugewerbe, bei der Straßenmeisterei oder im Umzugsdienst schädigen das Heben, Halten und Tragen schwerer Lasten in einer oft gebeugten Haltung insbesondere die Wirbelsäule.
Arbeiten, bei denen besonders viel Steigen und Klettern erforderlich ist (man denke an Kranfahrer oder Techniker an einer Windenergieanlage) können durch die hohe Kraftanstrengung den Körper überfordern und den Rücken stark belasten.

Auch bei Berufen, bei denen man mit Bohrern, Stampfern oder Erdbaumaschinen arbeitet, wirken hohe Kräfte und zusätzliche Vibrationen auf den Körper ein. Besonders belastend für die Gelenke und den Rücken sind zum Beispiel ungünstige Körperhaltungen bei Maurern, Malern, Putzern oder Pflasterer. Aber auch Menschen, die in der Automobilwerkstatt, im Operationssaal oder im Friseursalon tätig sind, können betroffen sein.

Fließbandarbeiter kämpfen insbesondere mit repetitiven, monotonen Arbeitsabläufen, die die Sehnen und Bänder überlasten und Rückenschmerzen auslösen. Gerade in diesen Berufsfeldern sind die Arbeitenden besonders gefährdet für einen Bandscheibenvorfall oder Hexenschuss. Auch Stress spielt keine unwesentliche Rolle beim Thema “Haltung und Beruf”.

Weitere Beispiele für besonders belastende Berufe wären die Arbeiten in der Pflege oder stehende Tätigkeiten – aber auch Musiker sind betroffen.

Haltungsschäden durch Bürojobs

Auch das lange Sitzen im Büroalltag ist nicht förderlich für eine aufrechte und gesunde Haltung: Durch die fehlende Dehnung verkürzen sich Muskeln, die Wirbelsäule wird durch falsches Sitzen stark belastet und die Rückenmuskulatur verkümmert nach und nach. Auch der Bewegungsmangel wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus.

Durch einen unergonomischen Arbeitsplatz und langes Arbeiten am Computer entstehen auch häufig Nackenbeschwerden, der Stress im Büroalltag trägt zusätzlich zu einer Fehlhaltung bei. Außerdem wird man vor dem Bildschirm schnell dazu verleitet, sich nach vorne zu beugen, die Halswirbelsäule zu überstrecken oder eine zusammengesunkene Position einzunehmen. Das kann besonders für die Bandscheiben zum Problem werden.

Was kann man dagegen tun?

Glücklicherweise kann man vielen dieser Beschwerden im Beruf entgegenwirken.

Zu Beginn sollte man den Arbeitsplatz ergonomisch gestalten: Büromöbel sollten beispielsweise verstellbar sein, um eine aufrechte Haltung zu ermöglichen. Beim Sitzen gilt der Grundsatz: „Die beste Sitzhaltung ist immer die nächste.“

Allgemein sollten auch die Arbeitsabläufe und Bewegungsmuster möglichst abwechslungsreich strukturiert werden, um die einseitigen Belastungen gering zu halten. Schweres Heben und Tragen sollte man im Berufsalltag möglichst vermeiden – Hebehilfen und Wagen leisten hier Abhilfe. Auch auf die richtige Hebetechnik sollte man achten!

Als Ausgleich zum Beruf sind Sport und Bewegung besonders wichtig – nicht nur in der Freizeit, sondern auch am Arbeitsplatz. So kann man bei einer sitzenden Tätigkeit immer wieder kleine Pausen zum Aufstehen und Gehen einlegen, oder bei Möglichkeit hin und wieder ein Stehpult benutzen.

Auch die Psyche sollte man nicht außer Acht lassen: Insbesondere Rückenbeschwerden lassen sich oft auf Stresssituationen zurückführen. Deshalb können Entspannungsübungen helfen, Anspannungen in den Muskeln zu lösen. Wie man seinen Stress reduzieren kann, ist sehr individuell: Oft können Massagen, Yoga und Meditation Wunder wirken, es können aber auch eine effektivere Aufgabeneinteilung und ein besseres Zeit-Management der springende Punkt sein.

Kräftigungs- und Dehnungsübungen können weiter die Gesundheit fördern. Hierzu kann man sich beispielsweise bei einem Haltungscoaching beraten lassen. Besonders wenn bereits Rückenschmerzen vorhanden sind, sollte man unbedingt handeln! Bei langanhaltenden Beschwerden sollte man auf jeden Fall ärztliche Hilfe aufsuchen, um dagegen ankämpfen zu können.

Prinzipiell kann man also sagen, dass der Zusammenhang zwischen Haltung und Beruf also fast jeden betrifft. Genauso vielfältig wie auch die Berufsfelder sind, sind leider auch die Ursachen und Auswirkungen von Haltungsschwächen am Arbeitsplatz. Um Fehlhaltungen zu vermeiden, sollte man bereits im Vorhinein handeln, bei bestehenden Belastungen gibt es viele Möglichkeiten, Abhilfe zu verschaffen.

Sitzen am Schreibtisch
Flachrücken

Flachrücken und was Haltungscoaching damit zu tun hat

Was ist ein Flachrücken?

Bei einem Flachrücken hat die Wirbelsäule keine natürliche Doppel-S-Form, sondern ist gerade gestreckt. Normalerweise würde diese Krümmung die täglichen Bewegungen abfedern – wenn sie fehlt, kann es zu Schmerzen bei den Betroffen kommen.

Meist kann man einen Flachrücken durch eine außergewöhnlich kerzengerade Körperhaltung und einen versteiften Hals erkennen. Besonders beim Heben von schweren Gegenständen kommt es häufig zu Problemen, da sich der Druck der Last nicht mehr gleichmäßig verteilt und es somit zur Überbelastung von Bandscheiben und Gelenken kommt. Außerdem entsteht ein hoher Druck auf die unteren Wirbelkörper, die schneller verschleißen. Daraus resultieren starke Rückenschmerzen, es können sich aber auch Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Reizbarkeit entwickeln.

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Flachrücken

Was sind Ursachen für einen Flachrücken?

Für einen Flachrücken gibt es viele verschiedene Ursachen. Einerseits kann er durch Haltungsfehler ausgelöst werden. Besonders häufig passiert dies während der Jugendzeit, da sich die Wirbelsäule in dieser Zeit noch im Wachstum befindet.

In dieser kritischen Wachstumsphase können vorübergehende Haltungsfehler in der Jugend dauerhaft werden, da sich die Wirbelsäule in ihrer weiteren Entwicklung an dieser falschen Haltung orientiert. So zum Beispiel kann Morbus Scheuermann als Ursache eines Flachrückens gelten.

Auch andere Erkrankungen der Wirbelsäule können ein Auslöser sein: Die Rachitis, eine Vitamin-D-Stoffwechselerkrankung, bei der die Knochen zu weich werden, kann dazu führen, dass sich die Wirbelsäule entgegen der natürlichen S-Krümmung in einen geradlinigen Verlauf verformt.

Es gibt auch Operationsfehler, wie zum Beispiel das falsche Anbringen von Implantaten an der Wirbelsäule, die einen gesunden Rücken in Richtung eines Flachrückens verformen.

Diagnose

An sich ist ein Flachrücken nur ein Symptom, weshalb die Diagnose auf Basis einer Grunderkrankung erfolgt. Ein Arzt bestätigt diese Diagnose mithilfe von Röntgenaufnahmen. Im nächsten Schritt ergründet man die Ursachen dieses Symptoms. Diagnose und Behandlung erfolgen allgemein durch einen Orthopäden oder einen Allgemeinarzt.

Komplikationen

Durch einen Flachrücken können starke Schmerzen entstehen, entweder unter Belastung oder auch in Form von Ruheschmerzen. So wird oftmals der Alltag des Patienten stark eingeschränkt. In vielen Fällen kommt es auch zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit.

Diese Müdigkeit kann man häufig nicht mehr mit ausreichend Schlaf ausgleichen, weshalb ein allgemeines Krankheitsgefühl auftritt. Besonders Kinder können in ihrer körperlichen Entwicklung eingeschränkt werden. Auch für die Psyche werden diese Schmerzen zum Problem, deshalb könnten eventuell verschiedene seelische Beschwerden auftreten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Manchmal ist es nicht notwendig, einen Flachrücken zu behandeln. Um weitere Beschwerden im Alltag zu vermeiden, sollte man ihn trotzdem gut beobachten und gegebenenfalls handeln. Ärztlicher Rat ist dann notwendig, wenn im Alltag Rückenschmerzen auftreten. Wenn das Heben von schweren Gegenständen oder alltägliche Bewegungen schmerzhaft sind, ist ein Arztbesuch also eine gute Idee!

Wenn der Flachrücken aufgrund eines Haltungsschadens entstanden ist, ist es besonders wichtig, früh genug zu handeln. Ein jüngeres Alter ist nämlich maßgeblich für den Heilungsverlauf und so kann man die normale Krümmung durch einfache Übungen annähernd wieder herstellen. 

Behandlung eines Flachrückens

In den meisten Fällen bereitet ein Flachrücken den Patienten wenig Probleme, weshalb selten eine Operation durchgeführt wird. Nur wenn die Bandscheiben und Gelenke verändert sind, muss möglicherweise die Wirbelsäule stabilisiert werden. Diese operativen Eingriffe sind aber nur bei einer sehr starken Ausprägung des Flachrückens nötig. Meistens reichen Balance- und Gleichgewichtsübungen auf unebenen Flächen aus, um die Wirbelsäule wieder in Balance zu bringen,

Der Patient lernt, wie er seine Körperhaltung kontrollieren kann, man fördert die Beweglichkeit verschiedener Wirbelsäulenabschnitte und stärkt die Muskulatur. Somit beugt man einer Versteifung des Körpers vor. Bei Beschwerden kann eine physiotherapeutische Behandlung Abhilfe verschaffen, Dehnübungen bekämpfen ein muskuläres Ungleichgewicht.

So ist es bei einer guten Mitarbeit der Betroffenen in vielen Fällen möglich, dass es wieder zu einer Beschwerdefreiheit kommt. Wenn dies nicht erreicht werden kann, wirkt man mit physiotherapeutischen Übungen und Trainings einer Verschlechterung entgegen, damit die Gesundheit aufrecht erhalten bleibt.

Wie kann ich einem Flachrücken entgegenwirken?

Am besten ist es, die Rücken- und Bauchmuskulatur mit geeigneten Übungen zu trainieren. Darüber hinaus sollte man immer auf eine aufrechte Körperhaltung achten – egal ob im Sitzen oder Stehen. Unterstützung kann man sich hierbei zum Beispiel bei einem Haltungscoaching suchen. Auch ergonomische Möbel, zum Beispiel im Büro, können eine gesunde Haltung unterstützen. Eltern sollten bei Kindern die Körperhaltung beobachten, um bei einem eventuellen Haltungsfehler früh genug ärztlichen Rat aufsuchen zu können.

Auch das Schuhwerk spielt eine wichtige Rolle: Weil die natürliche Pufferfunktion der Wirbelsäule bei einem Flachrücken fehlt, bieten gepolsterte Schuhe einen zusätzlichen Schutz für die Bandscheiben. Durch Barfußlaufen kann man das Fußgewölbe zusätzlich noch kräftigen, um Stöße gut abzufangen.

Allgemein gibt es also viele Möglichkeiten, einem Flachrücken entgegenzuwirken. So lässt sich das Leben meist mit wenigen Schritten erleichtern – wichtig ist nur, rechtzeitig damit zu beginnen.

Skoliose beim Seitbeugen

Skoliose und was hat Haltungscoaching damit zu tun

Skoliose beim Seitbeugen

Was ist eine Skoliose?

Bei einer Skoliose krümmt sich die Wirbelsäule nicht nur nach vorn und hinten (Lordose und Kyphose), sondern auch zur Seite: Der Wirbelsäulenaufbau ist also gestört. Der Name kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Krümmung“. Dabei krümmen sich einzelne Wirbelkörper um ihre eigene Achse, somit sind die Wirbel in diesen Abschnitten dann versteift. Es sind zusätzlich auch noch Verbiegungen nach vorn und hinten möglich. 

Wie äußert sich eine Skoliose?

Typische Symptome einer Skoliose sind zum Beispiel unterschiedlich hohe Schultern, ein schiefes Becken oder ein schräg gehaltener Kopf. Außerdem kann ein Schulterblatt weiter vorstehen als das andere, der ganze Körper könnte sich zur Seite neigen, oder es wölbt sich beim Nachvorbeugen eine Rippe vor. Im Jugendalter bewirken diese Fehlstellungen selten Schmerzen, allerdings kommt es dann häufig im Erwachsenenalter zu Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, sowie Schmerzen im Nacken, Kopf oder sogar in den Knien oder Fußgelenken Bei der Haltungsanalyse ist eine Skoliosierung beim Vorbeugen und beim Seitbeugen von hinten sichtbar..

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Skoliose:

Idiopathische Skoliose

In den meisten Fällen (80-90%) ist die Ursache nicht bekannt. Diese Art der Skoliose nennt man dann „idiopathische Skoliose“. Meistens entsteht sie im Kindes- oder Jugendalter, Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen. Je nach Ausprägung der Skoliose ist damit zu rechnen, dass es auch später noch einer weiteren Zunahme der Verkrümmung kommen kann.

Kongenitale Skoliosen

Diese Form wird durch angeborene Entwicklungsfehler der Wirbelkörper hervorgerufen. Ursache sind meistens Störungen in der embryonalen Entwicklung, das kann familiär und somit genetisch veranlagt sein. Sie kann sich bereits in frühen Kindesjahren äußern, oftmals sind auch die inneren Organe von entwicklungsbedingten Störungen betroffen und erfordern Mitbehandlung.

Neuromuskuläre Skoliosen

Neuromuskuläre Skoliosen sind ein Symptom einer vorliegenden Erkrankung der Muskeln oder des Nervensystems.  Hier ist eine frühzeitige Korrektur besonders wichtig, um einem weiteren Voranschreiten der Erkrankung vorzubeugen.

Es gibt noch zahlreiche weitere Krankheitsbilder, die mit unterschiedlich ausgeprägten Skoliosen einhergehen. So können zum Beispiel auch das Bindegewebe, aber auch Knochen-Knorpel-Strukturen betroffen sein. Auch Unfälle können zu einer Wirbelsäulenverkrümmung führen, zum Beispiel ein Wirbelknochenbruch, Verbrennungen und Rückenmarksverletzungen. Außerdem haben Abnutzungserscheinungen einen entscheidenden Einfluss.

Wie eine Skoliose meist behandelt wird

Je nach Schweregrad und Art wird eine Skoliose unterschiedlich behandelt. 

Meistens behandelt man eine Skoliose durch Bewegungstherapie oder bei schwereren Fällen mit einem Korsett.  Bei extremen Fällen ist eine operative Skoliosetherapie notwendig. 

Das Ziel einer Therapie ist, dass sich die Skoliose zurückbildet oder zumindest nicht verschlechtert. Hierbei arbeiten Ärzte mit anderen Fachkräften wie Physiotherapeuten  oder Sportwissenschaftlern zusammen. Besonders frühzeitig im Kindesalter kann eine konservative Behandlung durch gezielte Übungen einer weiteren Verkrümmung gut entgegenwirken.

Vorbeugen und Prävention

Weil die Ursache der idiopathischen Skoliose bis heute nicht genau bekannt ist, gibt es keine einheitlichen Maßnahmen, um ihr vorzubeugen. Die Übungen bzw. das Training müssen immer individuell auf die jeweilige Person abgestimmt sein. Das wichtigste ist daher, dass die Verkrümmung früh genug erkannt, behandelt und kontrolliert wird. Eltern sollten daher die Körperhaltung ihrer Kinder regelmäßig beobachten und bei Auffälligkeiten professionelle Hilfe aufsuchen. Die konsequente und disziplinierte Therapie ist bei einer Skoliose unbedingt notwendig. Bei Nichtbehandlung verschlimmert sich eine Wirbelsäulenverkrümmung meistens – deshalb ist es wichtig, dass insbesondere Eltern ihre Kinder bei der Therapie unterstützen.

Haltungscoaching

Beim Haltungscoaching wird gezielt auf individuelle Gegebenheiten eingegangen. Bereiche der Wirbelsäule, die von einer Bewegungseinschränkung betroffen sind, werden mobilisiert. Wirbelsegmente, wo ein zu großes Bewegungsausmaß erkennbar ist, werden durch gezieltes Kräftigen der betroffenen Muskulatur stabilisiert. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das bewusste Wahrnehmen der persönlichen “Fehlhaltung”. Durch die regelmäßige Selbstreflektion kann eine Fehlhaltung durch das bewusste Anspannen bzw. Lockerlassen betroffener Muskelgruppen immer wieder korrigiert werden. Durch das ständige Üben wird die vermeintlich korrekte “Haltung” vom Gehirn gespeichert und als normal richtig wahrgenommen. Dadurch kann es möglich sein, eine Skoliose zu stabilisieren oder sogar wieder mehr aufzurichten.

Skoliose Vergleich
Motivation

Motivation – durchhalten und dranbleiben – so gelingt es

Wie kann ich andere und mich selbst motivieren?

Jeder kennt es: Man nimmt sich etwas felsenfest vor, setzt sich hohe Ziele, verfolgt diese mit großem Eifer… und irgendwann lässt die Motivation einfach nach. Oder man kann sich einfach nicht dazu aufraffen, überhaupt mit etwas anzufangen. Um solche deprimierenden Szenarien zu vermeiden, gibt es einige Tipps und Tricks, wie man sich selbst, aber auch andere Menschen motivieren kann. 

Intrinsische und extrinsische Motivation 

Zunächst sollte man wissen, was der Unterschied zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation ist.  

Bei der extrinsischen Motivation wird nicht aus eigenem Antrieb oder Freude an der Tätigkeit gehandelt, sondern aufgrund eines externen Anreizes. Hier können also mögliche Beweggründe eine Belohnung, Anerkennung oder Erfolg, aber auch eine Bestrafung sein. Klassische Beispiele wären das Gehalt im Beruf, die Angst vor schlechten Noten in der Schule oder ein Lob der Gäste für das gute Festessen. 

Die intrinsische Motivation hingegen braucht keinen äußeren Anstoß. Hier möchte man die Tätigkeit von sich aus ausführen, zum Beispiel aus Genuss, Spaß, weil sie sinnvoll oder herausfordernd ist, oder aus reinem Interesse. Man handelt also nicht nur, um eine Belohnung zu erlangen oder eine Bestrafung zu vermeiden. Diese Art der Motivation kommt von innen: Beispiele wären Bergsteigen, weil es Spaß macht, Musizieren aus Begeisterung oder eine erfüllende ehrenamtliche Tätigkeit. Eine bewusste aufrechte Haltung zu erreichen ist ebenfalls ein intrinsischer Antrieb. 

Im Idealfall gehen diese beiden Motivationsarten Hand in Hand, denn sie schließen sich nicht gegenseitig aus. Allerdings können extrinsische Belohnungen manchmal eine intrinsische Motivation untergraben, wenn nur noch aufgrund dieser äußeren Reize gehandelt wird. Für die innere Motivation ist die Selbstbestimmung nämlich sehr wichtig! Sie ist außerdem von längerer Dauer und daher effektiver als die extrinsische Motivation. 

Wie kann man Motivation nun steigern?  

Es gibt viele Faktoren, die die Motivation beeinflussen. Viele kann man nutzen, um sich selbst oder andere Personen zu motivieren.  

Wie motiviere ich mich selbst? 

  1. Ziele setzen: Es ist wichtig, diese Ziele realistisch und erreichbar zu formulieren. Wiederholte Frustrationserlebnisse sind ein purer Motivationskiller! 
  2. Die Motivatoren erkennen: „Was treibt mich an? Kommt meine Motivation von innen oder außen?“ – Wenn man sich vor Augen führt, was einen anspornt, kann man dieses Wissen zur Selbstmotivation nutzen.  
  3. Sich selbst eine Belohnung setzen: Dabei sollte man unbedingt beachten, dass man sich auch daran hält!  
  4. An den eigenen Erfolg glauben: Es kann außerdem helfen, das Ziel zu visualisieren. 
  5. Jemand anderen ins Boot holen: Beim Sport könnte das zum Beispiel ein Trainingspartner sein. Gemeinsam strengt man sich mehr an, zusätzlich macht es auch mehr Spaß. Man kann seine Motivation auch aus dem Gemeinschaftsgefühl ziehen! 
  6. Sich eine Deadline setzen: Damit wird vermieden, dass die Erledigung der Aufgabe immer wieder ins Unendliche aufgeschoben wird. 
  7. Meilensteine setzen: Kleinere Schritte sind einfacher und schneller zu erreichen. Obendrein halten viele kleine Erfolgserlebnisse die Motivation länger aufrecht! 
  8. Routinen schaffen: Oftmals wird die Macht der Gewohnheit unterschätzt: Aber Routinen erleichtern einfach das Leben. So kann man immer wieder ein Motivationsloch überbrücken. 
  9. Sich selbst feiern: Man sollte immer wieder die eigenen Leistungen anerkennen und wertschätzen.  

Wie motiviere und unterstütze ich andere Personen? 

  1. Begeisterung ist ansteckend – deshalb ist es besonders wichtig, auch selbst für die Sache zu stehen, für die man andere motivieren möchte. Außerdem sollte man immer eine positive Grundstimmung schaffen.  
  2. Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg: So soll man die Ziele immer SMART formulieren, und selbst eine klare Vorstellung haben, wofür man jemanden motivieren will. 
  3. Raum für Ideen lassen: Niemand möchte gerne herumkommandiert werden. Für die Motivation ist es wichtig, verschiedene Ansätze und Blickwinkel zu beachten. 
  4. Gemeinsam an einem Ziel arbeiten: Man kann zum Beispiel vereinbaren, sich regelmäßig zu treffen. So schafft man eine Routine und beide profitieren davon! 
  5. Gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung: Offenes, ehrliches Feedback kann Wunder wirken, und ein Lob kann zu Höchstleistungen anspornen. 

Es gibt also viele Möglichkeiten, Motivation zu schaffen oder zu steigern. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass jeder Mensch anders tickt – deshalb gibt es viele verschiedene Wege, wie man sich motivieren kann. Keiner davon ist per se richtig oder falsch – jeder muss für sich selbst eine persönliche Strategie finden.

Im Haltungscoaching Programm schaffst du es motiviert und kontinuierlich dran zu bleiben.

Motivation

Gute Körperhaltung in der Schule – Tipps und Tricks

Eine gute Körperhaltung bereits in der Schule fördern

Viele Menschen denken, dass Rückenschmerzen erst mit dem Alter kommen. „Jung und gesund“ lautet die Devise – da ist es oft überraschend, wenn auch Kinder und Jugendliche ein Thema mit ihrer Körperhaltung haben.  Eigentlich ist es aber besonders wichtig, eine aufrechte Haltung bereits in der Kindheit zu fördern.

Wie entstehen Haltungsschwächen bei Kindern und Jugendlichen?

Der Grund für spätere Haltungsschäden findet sich oft schon in frühen Jahren. Eine einzelne Ursache gibt es aber meistens nicht. Häufig ist es eine Kombination aus ungünstigen Faktoren, die negativ auf die Körperhaltung und -gesundheit einwirken. Einige Beispiele wären zum Beispiel einseitige Belastung oder Bewegungsmangel.

Während der Körper wächst, gibt es immer wieder Wachstumsschübe, die zur vorübergehenden Haltungsschwächen und muskulären Ungleichgewichten führen können. In den meisten Fällen wächst sich das glücklicherweise von selbst aus. Allerdings sollte früh genug ärztliche Abklärung erfolgen, falls es eine solche Haltungsschwäche länger andauert oder über den gesunden Rahmen hinaus geht, damit daraus kein bleibender Haltungsfehler wird.

Viele Kinder verbringen schon recht früh viel Zeit im Sitzen: in der Schule, vor der Hausübung, beim Fernsehen, mit dem Handy…. Kombiniert mit einem Bewegungsmangel kann dieses unergonomische Sitzen Haltungsfehler begünstigen. Deshalb ist es auch besonders wichtig, Kindern schon früh die Freude an der natürlichen und spielerischen Bewegung zu vermitteln.

Faktor Schultasche

Auch eine zu schwere Schultasche kann ein Auslöser für Rückenschmerzen und Haltungsschwächen bei Kindern sein. Nicht nur Schmerzen, sondern auch eine schlaffe Körperhaltung und eine Neigung zu einem Rund- oder Hohlrücken können dadurch verursacht werden. Es kann sogar die Atmung beeinträchtigt werden!

Das Schultaschengewicht der Kinder liegt heutzutage oftmals deutlich über dem empfohlenen Gewicht. Da die Wirbelsäule in der Entwicklung noch verformbar ist, kann sich das besonders gravierend auf die Rückengesundheit auswirken. Auch einseitiges Tragen der Schultasche kann die Wirbelsäule seitlich „verbiegen“.

Welche Haltungsschwächen gibt es bei Kindern und Jugendlichen?

Rundrücken: Die zu schwache Rückenmuskulatur hält den Oberkörper nicht richtig aufrecht. Dadurch kann der Brustkorb eingeengt werden, oder die Wirbelsäule könnte vorzeitig verschleißen.

Hohlrücken: Das Becken richtet sich durch zu schwache Muskeln nicht richtig auf, es kommt zu einem Hohlkreuz, im Lendenbereich könnte die Wirbelsäule vorzeitig verschleißen.

Flacher Rücken: Bei dieser Fehlhaltung weist die Wirbelsäule eine geringere Krümmung auf. Die Beanspruchbarkeit ist eingeschränkt, frühzeitige degenerative Veränderungen können folgen. Weil die Wirbelsäule an Beweglichkeit verliert, ist die Haltung häufig verkrampft und angespannt, oft kommt es zu Rückenschmerzen.

Schwächung und Verkümmerung der Muskulatur: Die Muskeln können die Wirbelsäule nicht mehr genügend stabilisieren, die gesamte Haltung und das Knochensystem werden negativ beeinflusst. Es können Überlastungsschäden auftreten.

Scheuermannsche Erkrankung: Die Ursache für diese Erkrankung liegt in einer Wachstumsstörung der Wirbelsäule, die vor allem im präpubertären Alter auftritt und ca. ein Drittel der Jugendlichen betrifft. Die Wirbelkörper werden geschädigt, was auch die Bandscheiben beeinträchtigt und somit die Stoßdämpfleistung negativ beeinflusst. Die Folge kann ein fixierter Rundrücken sein, es kann aber auch der Lendenwirbelsäulenbereich betroffen sein.

Skoliose: Hierbei ist die Wirbelsäule verkrümmt und in sich verdreht, wobei es verschiedene Arten, Ausprägungen und Ursachen gibt. Oftmals verschlechtert sich die Wirbelsäulenverkrümmung im Laufe des Wachstums. Zur Behandlung werden meistens Physiotherapie und orthopädische Korsetts eingesetzt, bei besonders schweren Fällen ist teilweise eine Operation notwendig.

Haltungsschwächen: Hohlrücken, Rundrücken, Flacher Rücken und Skoliose

Wie kann man eine gute Körperhaltung in der Schule fördern?

Die passende Schultasche

  • Die Schultasche sollte mitsamt dem Inhalt nicht mehr als 12% des Körpergewichtes wiegen.
  • Nicht einseitig tragen! Beide Gurte verwenden, straffgezogen und gleich lang eingestellt.
  • Außerdem sollte die Schultasche nahe am Rücken anliegen, die Oberkante sollte sich waagrecht auf Höhe der Schultern befinden, das Rückenteil sollte sich zusätzlich am Beckenkamm abstützen.
  • Schwere Gegenstände so rückennah wie möglich einpacken! .
  • Auf eine stabile, ergonomische und leichte Schultasche achten, mit verstellbaren und gepolsterten Schultergurten.

Thema Sitzen

Das lange Sitzen in der Schule schon in jungen Jahren wirkt sich sehr negativ auf die Körperhaltung der Schülerinnen und Schüler aus. Ohne Ausgleichbewegung führt das zu Konzentrationsschwäche, Fehlhaltungen, Verspannungen, Druckschäden an Bandscheiben und Wirbelgelenken sowie überreizten Bandstrukturen. In Folge können Haltungsstörungen und -schäden entstehen.

In der Schule sollten die Kinder daher so wenig wie möglich sitzen, zum Beispiel durch

  • Bewegung im Unterricht,
  • bewegte Pausen,
  • regelmäßige gezielte Ausgleichsbewegungen und
  • Turnstunden.

Außerdem sollte auf Fehlhaltung aufmerksam gemacht werden, Sessel und Tisch sollten regelmäßig größenangepasst werden und das regelmäßige bewusste Einnehmen der am wenigsten belastenden Sitzhaltung sollte erlernt werden.

Am besten werden alternative Sitzgelegenheiten angeboten, abwechslungsreiche Sitzvarianten dürfen von den Kindern eingenommen werden und bewegtes Sitzen durch Wipp-Hocker oder Stehpulte wird gefördert.

Besonders wichtig wäre auch eine ergonomische, größenverstellbare Ausstattung, sodass eine gute Körperhaltung in der Schule ermöglicht wird.

In der Freizeit

Am allerwichtigsten für eine gesunde Entwicklung ist tägliches Bewegen, am besten in den Alltag integriert. Das sollte auch schon die Eltern vorleben, da sie eine große Vorbildwirkung haben. Auch die vielseitige, spielerische Bewegung sollte gefördert werden, ohne Druck oder Leistungszwang, um den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder zu erhalten.

Weiterführende Literatur:

Diplomarbeit über Haltungsschwächen und Haltungsfehler – Präventionsmöglichkeiten in der Schule:

https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/content/titleinfo/2133776/full.pdf

Wissenswertes zum Thema Schultasche und Sitzen:

https://www.gesundes-oberoesterreich.at/4575_DEU_HTML.htm

Artikel über eine gesunde Körperhaltung bei Kindern:

https://www.carpediem.life/11559/gesunde-koerperhaltung-kinder/

https://www.kinderphysio-citypark.at/wie-kann-man-haltungsschaeden-bei-kindern-vorbeugen/

Informationen über Skoliose im Jugendalter:

https://www.gesundheitsinformation.de/skoliose-im-jugendalter.html

Wie sich Haltung und Psyche beeinflussen

Innere und äußere Haltung beeinflussen sich gegenseitig, Emotionen

Körper und Seele gehören zusammen

Eigentlich ist den meisten Menschen intuitiv klar, dass man Körper und Psyche niemals getrennt beobachten kann: Schließlich spürt man es ja am eigenen Leib, dass das Herz bei Aufregung plötzlich schneller schlägt. Umgekehrt geht das natürlich genauso: Mit Kopfschmerzen ist meistens auch die Laune im Keller.

Deshalb sollte es auch wenig überraschend sein, dass Gefühle durch den Körper nicht nur ausgedrückt, sondern auch beeinflusst werden. Trotzdem wird häufig unterschätzt, wie groß der Einfluss des Körpers auf unser psychisches Wohlbefinden ist.

Warum eine aufrechte Haltung für die Psyche so wichtig ist

Eine aufrechte Haltung wirkt selbstbewusst, gut gelaunt, offen und energiereich. Und das hat auch einen Grund: Tatsächlich verbessert eine gute Haltung die Sauerstoffaufnahme, versorgt somit die Zellen mit Energie und vertreibt die Müdigkeit. Auch die Stimmung wird aufgehellt. Im Gegensatz dazu beeinflusst eine zusammengesunkene und gekrümmte Körperhaltung die Psyche negativ.

Die Krux: Häufig wird eine schlechte Haltung auch durch psychisches Unwohlsein, Sorgen und Stress überhaupt erst ausgelöst. Somit ist es einfach, in eine Art Teufelskreis zu geraten: Wir sind unglücklich und nehmen eine dementsprechende Haltung ein, was in Folge unsere Stimmung wieder drückt, und so weiter, und so fort. Es gilt, diese Spirale zu unterbrechen – aber wie?  

Der Körper als Bühne unserer Gefühle

Oft löst Stress Haltungsprobleme erst aus, oder verstärkt sie. In manchen Situationen – zum Beispiel bei Leistungsdruck in der Arbeit oder bei familiären Angelegenheiten – werden Überlebensstrategien in Gang gesetzt, die helfen sollen, mit diesen Belastungen umzugehen. Kurzfristig kann man diese angestaute Spannung oft durch Sport, Hobbys und Entspannungsverfahren abbauen. Wenn allerdings ein unbewältigter Dauerstress zum Normalzustand wird, macht sich diese Anspannung auch im Körper bemerkbar. Beispielsweise durch Muskelverspannungen, die wiederum Rückenschmerzen und Fehlhaltungen auslösen. Allgemein nennt man Beschwerden, die nicht auf körperliche, sondern psychische Ursachen zurückzuführen sind „psychosomatische Erkrankungen”. Dieser Begriff setzt sich aus den Wörtern Psyche (=Seele) und Soma (=Körper) zusammen. Es geht also um das Wechselspiel zwischen körperlichen und seelischen Vorgängen.

Auch für Betroffene einer Depression spielt diese Thematik eine große Rolle. Die psychische Erkrankung äußert sich auch oft in einer zusammengesunkenen, gebeugten und angespannten Haltung, die besonders den Halswirbelsäulenbereich belastet. In Studien konnte man unter anderem nachweisen, dass sich auch bei depressiven Patienten die Stimmung besserte, wenn die Haltung korrigiert wurde. Diese Erkenntnis kann auch in der Therapie angewendet werden.

Wie kann ich mein psychisches und körperliches Wohlbefinden verbessern?

  •          Stressbewältigungsmethoden anwenden: zum Beispiel Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung oder Atemtechniken
  •           genügend Schlaf
  •           Bewegung und Sport: Wichtig für Körper und Seele!
  •           an eine aufrechte Haltung denken
  •           sich bezüglich richtiger Kräftigungsübungen beraten lassen, beispielsweise bei einem Haltungscoaching
  •          Lockerungsübungen in den Alltag integrieren
  •           bei Schmerzen einen Arzt aufsuchen
  •           Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, falls herkömmliche Maßnahmen scheitern!

Für besonders Interessierte:

Das Wechselspiel von Körper und Psyche:

https://www.lzg-rlp.de/de/event/der-k%C3%B6rper-als-spiegel-der-seele-psychosomatische-erkrankungen-erkennen.html

Beiträge über Körperhaltung bei Angst und depressiven Symptomen:

https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/ratgeber-archiv/meldungen/article/angst-und-depressive-symptome-koennen-anhaltende-rueckenschmerzen-verursachen/

https://www.praxis-wallbach.de/aktuelles/gesundheit-medizin/artikel/16434.html

Gitarrenspieler Haltung

Körperliche Beschwerden bei Musikern

Gitarrenspieler Haltung

Haltungsprobleme bei Musikern

Für viele Menschen ist Musik wahrscheinlich eines der schönsten Dinge im Leben. Ob zum Entspannen, Auspowern oder Feiern: Ein guter Song macht einfach Stimmung.

Die Kehrseite der Medaille sind jedoch physische und psychische Probleme unter Musikern, die so häufig und schwerwiegend sind, dass schon seit dem 15. Jahrhundert spezifische Musikerkrankheiten festgestellt werden. Insbesondere Haltungsschäden, die oftmals durch einseitige Belastungen ausgelöst werden, treten besonders häufig auf.

Das bedeutet natürlich nicht, dass man aufhören sollte, Musik zu machen – es gilt, durch vorbeugende Maßnahmen der Entstehung von Problemen entgegenzuwirken.

Warum verursachen Instrumente diese körperlichen Beschwerden bei Musikern?

Weil Instrumente meistens nicht besonders ergonomisch, sondern mit dem Gedanken an den bestmöglichen Klang gebaut werden, kann je nach Spielweise eine asymmetrische, statische und unnatürliche Haltung Schäden am Bewegungsapparat fördern. Beispiele hierfür wären zum Beispiel die Querflöte, aber auch Geige und Bratsche. Die schnelle, repetitive Beanspruchung der Muskeln, zum Beispiel am Schlagwerk, kann den Körper zusätzlich belasten. Manche Instrumente haben auch besonders viel Gewicht, etwa Tuba oder Waldhorn. Weiters wirken sich das stundenlange Sitzen im Orchestergraben sowie die psychische Belastung durch Lärm und Stress negativ auf das körperliche Wohlergehen aus, und das kann eine Fehlhaltung zusätzlich verstärken.

Folgende Faktoren haben einen direkten Einfluss

  • Übungsdauer und Sitzdauer
  • Gewicht des Musikinstrumentes
  • Einseitige asymmetrische Belastung
  • Lärm

Wer ist von Musikerkrankheiten betroffen?

Nicht nur Berufs-, sondern auch Amateurmusiker sind betroffen, wobei mehr als drei Viertel der Profis an berufsbedingten gesundheitlichen Beschwerden leiden.

Typische Musikererkrankungen und Beschwerden

  • Schulter- und Halswirbelprobleme
  • Fehlhaltungen durch einseitige Belastung
  • Rückenprobleme:
    • Bandscheibenschäden
    • Erkrankungen der Wirbelsäule
    • myofasziales Schmerzsyndrom (Beschwerden ausgehend von der Muskulatur und Bindegewebe)
  • Fokale Dystonie (wird auch Musikerkrampf genannt)
  • Sehnenscheidenentzündungen, Karpaltunnelsyndrom, Arthrosen…

Was kann ich dagegen machen?

  • Körper mit Einspiel- und Aufwärmübungen vorbereiten
  • Kräftigungs- und Dehnungsübungen
  • Atemtechniken anwenden, um Verspannungen vorzubeugen
  • Regelmäßige Pausen machen
  • Richtige Technik und Haltung von Anfang an
  • Sport und Bewegung als Ausgleich
  • Professionelle Hilfe suchen, bevor es chronisch wird, bei Schmerzen einen Arzt aufsuchen
  • Sich bezüglich richtiger Bewegungsübungen beraten lassen – beispielsweise bei einem Haltungscoaching oder einem Rückentraining
  • Auf körperliche Signale achten

Literaturempfehlung und Verweise

Ausführliches Interview zur Musikermedizin:
https://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/musikermedizin-konkrete-fragen-ueber-koerperliche-und-mentale-aspekte-des-musikerseins.html

Spannender Blogbeitrag über Musikerkrankheiten:
https://www.musikmachen.de/blog/die-kehrseite-des-traumberufs-musikerkrankheiten/

Informationen über Überlastungsbeschwerden und Schmerzen bei Musikern:
https://www.musik-medizin.ch/wp-content/uploads/2018/11/Schmerz-beim-Musizieren-Dr.-Regenspurger.pdf

Doktorarbeit über physische Belastungen insbesondere bei Geigern:
https://www.zhb.uni-luebeck.de/epubs/ediss1517.pdf

Fitnesstipps für Musiker:
https://www.musikum-salzburg.at/filesCMS/Downloads%20FG/Downloads%20Tasten/Fitnesstipps%20fuer%20Musiker_Tasten.pdf

Artikel über Musikerkrankheiten und Strategien zur Vermeidung:
https://www.boardofmusic.de/musikerkrankheiten